Jubiläumsausstellung, 50 Jahre Braunviehzucht Martell am 25.04.2010
Die Braunviehzucht und der Erdbeeranbau sind die zwei Hauptstandbeine der Marteller Bauernhöfe.
Noch vor einigen Jahrzehnten war aber die Braunviehzucht die einzige Einnahmequelle der Bauern im Tal. Deshalb gründeten vor 50 Jahren bereits vorausblickende Züchter den Zuchtverein Martell mit dem Ziel, den Viehbestand zu verbessern. In den letzten zwei Jahrzehnten breitete sich der Anbau von Sonderkulturen in Martell stark aus, die beiden Wirtschaftszweige ergänzen sich heute recht gut, wobei viele Betriebe sich auf die Aufzucht spezialisiert haben. Auf fast jeder Braunviehversteigerung in Bozen werden Jungkühe und Kalbinnen aus dem Martelltal zum Verkauf angeboten und erzielen vielfach überdurchschnittliche Preise, oft sind auch absolute Spitzenpreise dabei. Heute werden in 44 Zuchtbetrieben rund 150 Kühe und 250 Jungrinder gehalten.
Das tragische Zugunglück bei Latsch, bei dem die leidenschaftliche Viehliebhaberin Michaela Kuenz vom Heggerhof tödlich verunglückte, erschütterte alle Marteller/innen und man wollte in einer ersten Reaktion die Ausstellung absagen. Gemeinsam mit der Familie Kuenz entschied man sich dann aber die Veranstaltung abzuhalten und sie Michaela Kuenz zu widmen.
Das herrliche Wetter, der schöne Ausstellungsplatz und die gute Qualität der aufgetriebenen Tiere taten der gedrückten Stimmung der vergangenen Tage gut und lockten auch zahlreiche Besucher aus dem ganzen Land an. Auch bei der Ausstellung zeigte sich der Schwerpunkt in der Aufzucht deutlich, so waren 67 der ausgestellten Tiere Jungrinder und Kalbinnen und 29 Kühe.
Die Bewertung nahm der routinierte Schweizer Preisrichter August Koller vor, der diese Aufgabe äußerst sicher und schnell durchführte und seine Linie von Anfang bis Ende durchzog.
Die Gesamtsiegerin bei den Jungrinder Kalbinnen wurde die Amaranto-Tochter Natascha des Otto Holzknecht, Niederhof. Sie überzeugte den Preisrichter durch ihren sehr ausgewogenen Körperbau und das sehr gute Fundament. Gesamtsiegerin bei den Kühen wurde die korrekte Jolt-Tochter Laika des Franz Kaserer, Meiern. Sie siegte vor der äußerst typstarken Collection-Tochter Flora des Anton Josef Eberhöfer, Lexenhof aufgrund des breiter und höher aufgehängten Hintereuters, auch im Fundament hat das Siegertier leichte Vorteile gegenüber der ansonsten sehr auffälligen Reserversiegerin.
Ein tolles Schaubild gaben am Ende die fünf Dreiergruppen des Gemeindencups, an dem sich Laas, Schlanders, Schnals, Naturns und natürlich Martell beteiligten. Diesen Bewerb konnte schließlich Naturns vor den Lokalmatadoren aus Martell und der Gruppe aus Schnals für sich entscheiden.
Den Organisatoren rund um Anton Eberhöfer sei zu der perfekten Organisation und Abwicklung der gelungenen Veranstaltung herzlich gratuliert.